Allot Tech · FAT / SAT

FAT einer Abfüllmaschine: Nachweise vor Versand zuordnen

Ein Video mit Wasser zeigt die Bewegung der Anlage. Es belegt nicht die Abfüllung Ihres Reinigungsmittels, Öls oder Ihrer Sauce. Beim Factory Acceptance Test (FAT), der Werksabnahme, wird die zu liefernde Maschine gegen vereinbarte Anforderungen geprüft. Die Entscheidung braucht nachvollziehbare Messwerte und klar benannte Prüfbedingungen.

Prüfumfang vor dem Termin festlegen

Dokumentieren Sie Seriennummer, Füllstellen, Rezeptversion, Zubehör und Zeichnungsstand. Benennen Sie angeschlossene, simulierte und fehlende Produktzuführungen, Förderer und Verschließer. Eine Einzelmaschinenprüfung bestätigt keine Gesamtlinienleistung. Dauer, Stichproben, Grenzwerte und Freigabeberechtigte werden vor dem Lauf vereinbart.

Repräsentatives Produkt und Packmittel vorbereiten

Erfassen Sie je Artikel Produktcharge, Fülltemperatur, Sollmenge, Flaschen- und Verschlussversion sowie Probenmenge. Prüfen Sie auch schäumende Produkte, enge Mündungen und schwierige Füllbereiche. Klären Sie Annahme, Sicherheit, Lagerung und Restmengen vor dem Versand. Ein Ersatzmedium benötigt eine schriftliche Begrenzung seiner Aussagekraft; nicht belegte Produktanforderungen bleiben offen.

Anforderungen in messbare Kriterien übersetzen

PrüfungZu sichernde DatenAbnahmeentscheidung
FüllmengeEinzelwerte je Füllstelle, Tara, Messgerät und TemperaturEinzelwerte und Streuung gegen vereinbarte Grenzen prüfen, nicht nur den Mittelwert
GutleistungGesamtzeit, Gutbehälter, Ausschuss und StillständeProdukt, Format, Personal und angeschlossene Geräte festhalten
Schaum und AbschaltungAbsetzzeit, Überlauf, Tropfen und verschmutzte MündungBeobachtbare Grenzen mit dem realen Produkt vereinbaren
Verschluss, falls geliefertVerschlussversion, Einstellungen und vereinbarte VerschlussprüfungenNicht angeschlossene Verschließer gesondert offenhalten
Formatwechsel und ReinigungTeile, Werkzeuge, Personal und Zeit bis zum nächsten GutbehälterNach tatsächlichem Ablauf prüfen; Zugänglichkeit ist keine Reinigungsvalidierung
Sicherheit und StörungenAlarm- und Verriegelungsprüfungen durch qualifiziertes PersonalFreigegebene Verfahren nutzen, Schutzfunktionen nicht überbrücken

Auch Betriebswechsel beobachten

  1. Anlauf: erste Füllwerte einschließlich fehlerhafter Ergebnisse behalten.
  2. Dauerlauf: vereinbarte Zeit einhalten und jeden Stillstand erfassen.
  3. Niedriger Vorratsstand: innerhalb des freigegebenen Bereichs wiederholen.
  4. Wiederanlauf: normales Rezept verwenden und erste Behälter messen.
  5. Formatwechsel: bis zum ersten Gutbehälter des vereinbarten zweiten Formats stoppen.

Gutleistung über die vollständige Zeit berechnen

Rechenbeispiel, keine Maschinenzusage: 2.850 Gutflaschen in vollständigen 30 Minuten entsprechen 95 Gutflaschen/min. Weitere 150 Ausschussflaschen machen einen Zählerstand von 3.000 nicht zu 100 Gutflaschen/min. Anfang, Ende und Ausschussgründe sichern. Vertraglich ausgeschlossene Stillstände separat ausweisen, damit die Rechnung überprüfbar bleibt.

Fernabnahme nachvollziehbar dokumentieren

Zeigen Sie die identifizierbare Maschine durchgehend und bei Bedarf die Messanzeige aus zweiter Sicht. Verknüpfen Sie Artikel, Einstellungen, Zeit und Probennummer mit den Rohwerten. Bewahren Sie ungekürzte Dateien und Unterbrechungsprotokolle auf. Video ersetzt keine Messungen und belegt keine Komponenten außerhalb von Bild oder Prüfumfang.

Abweichungen korrigieren und erneut prüfen

Jede Abweichung erhält Nummer, Anforderungsbezug, Istwert, Verantwortlichen, Frist und Wiederholungsprüfung. Trennen Sie versandsperrende Fehler von ausdrücklich akzeptierten Restpunkten. Fehlversuch und Wiederholung bleiben dokumentiert; die Berechtigten halten die Versandfreigabe fest. Ein kurzer erfolgreicher Lauf löscht den ursprünglichen Fehler nicht.

Offene Prüfungen in den SAT übernehmen

Die Vor-Ort-Abnahme (SAT) prüft die installierte Maschine mit realen Versorgungen, Zuführung, Förderern und Bedienern. Übernehmen Sie nicht belegte Integration und Dauerleistung aus dem FAT. Maschinenabnahme bestätigt weder Haltbarkeit noch Hygieneprozess oder Anforderungen des Ziellands; dafür sind gesonderte Prüfungen erforderlich.

FAT bestanden, Abfüllung vor Ort instabil: zuerst die Bedingungen vergleichen

Ein bestandener Werkstest bezieht sich auf die dabei dokumentierte Konfiguration und die Prüfbedingungen. Schwankt die Füllmenge nach der Aufstellung, sichern Sie zunächst FAT-Rezept und Einzelmesswerte, bevor Einstellungen verändert werden. Halten Sie fest, was geprüft wurde, was vor Ort installiert ist, was abweicht und welche Anforderung betroffen sein könnte. Ein Unterschied begründet eine Untersuchung, aber noch keine eindeutige Verantwortungszuordnung.

Vor einem Betriebslauf bestätigt qualifiziertes Montagepersonal die Bereitschaft nach dem Verfahren des Herstellers. Beginnen Sie keinen Produktionsversuch, solange erforderliche Montage- oder Sicherheitsprüfungen offen sind. Die folgende Gegenüberstellung hilft, vergleichbare Nachweise zu sammeln, statt ein Versorgungs- oder Schnittstellenproblem durch wiederholte Dosierkorrekturen zu verdecken.

Geänderte BedingungWerk und Standort vergleichenFrage für den Standortversuch
ProduktzufuhrBehälterfüllstand, Schlauchführung, Förderpumpe, Charge und TemperaturEntsteht die Streuung bei verändertem Füllstand oder nach einer Unterbrechung der Zufuhr?
Versorgung unter LastVorgesehene Anschlüsse und gemessene Bedingungen im BetriebTritt das Symptom beim Anlaufen anderer Geräte auf? Ein Messwert im Stillstand kann dies übersehen.
Wiedermontage und RezeptSeriennummer, eingebaute Teile, Zeichnungsstand und gespeicherte ParameterEntspricht die installierte Ausführung der beim FAT erfolgreich geprüften Konfiguration?
LinienschnittstellenBehälterübergabe, Bereit-/Wartesignale, Ausschuss und StoppverlaufTritt der Fehler am einzelnen Füller oder erst im Verbund mit Nachbaranlagen auf?

Offene FAT-Punkte in einen prüfbaren SAT-Plan überführen

Ordnen Sie jeder offenen FAT-Anforderung eine konkrete SAT-Aufgabe zu. Erfassen Sie Anforderungsnummer, ursprünglichen Nachweis, Standortbedingung, Verfahren, vereinbarten Grenzwert, Bearbeiter und Prüfer. Fehlt eine Voraussetzung, vermerken Sie ausstehend mit Begründung. Ein leeres Ergebnisfeld ist kein bestandenes Prüfergebnis.

  1. Referenzlauf festlegen: reales Produkt und Packmittel, Rezeptstand, Messgerät und Probenreihenfolge kennzeichnen, damit Werk- und Standortergebnisse vergleichbar bleiben.
  2. Die vermutete Änderung durch das technische Team innerhalb des freigegebenen Betriebsbereichs eingrenzen lassen. Jeweils eine Einflussgröße kontrollieren und Fehlversuch sowie Nachprüfung aufbewahren.
  3. Nach der Korrektur betroffene verknüpfte Funktionen erneut prüfen. Wiederanlauf, Behälterübergabe und Gutleistung einbeziehen, soweit die Änderung sie betrifft. Ein Einzelmaschinenlauf schließt keine Anforderung an die gesamte Linie ab.
  4. Standortmesswerte derselben Abweichungsnummer zuordnen. Prüfer, abgeschlossene Punkte und weitere Versuche dokumentieren; Parametersicherung und Bedienunterlagen zum akzeptierten Stand ablegen.

Weicht der gelieferte Flaschen- oder Verschlussstand vom FAT-Muster ab, erfassen Sie dies vor der Übernahme alter Ergebnisse. Zusätzliche Packmittelprüfungen und Nachweise sind abzustimmen. Ein kurzer erfolgreicher Lauf eines Formats gibt nicht sämtliche Artikel frei.

Inbetriebnahmeeinstellungen, vertragliche Anlagenabnahme und Freigabe verkaufsfähiger Produkte sind getrennte Entscheidungen. Dieser Leitfaden legt keine allgemeine Prüfdauer, Versorgungswerte, Stichprobenzahl oder Zahlungsfälligkeit fest. Maßgeblich sind die Projektanforderungen und die dokumentierten Vereinbarungen der befugten Beteiligten.

Jede Abnahmeentscheidung mit dem Ursprungsnachweis verbinden

Das Ergebnis muss von Probe und Füllstelle über Abweichung und Wiederholungsprüfung bis zur Freigabe nachvollziehbar bleiben. Ein Videoschnitt oder Gesamtmittelwert allein bildet diese Kette nicht ab.

Einzelwerte eindeutig zuordnen

Probenkennungen vergeben und Format, Füllstelle, Betriebsphase, Einheit, Einzelwert, Taraverfahren, Messmittel und relevante Produktbedingungen erfassen. Anlauf, stationären Betrieb und Wiederanlauf gemäß Prüfplan unterscheiden. Füllstellen nicht nur zusammenmitteln oder unbequeme Werte ohne dokumentierten Grund und Prüfer entfernen.

Änderungsauswirkung vor der Nachprüfung bestimmen

Nach Teile-, Parameter- oder Softwareänderung alten und neuen Stand sowie betroffene Anforderungen und Formate dokumentieren. Die benannte technische Verantwortung legt die Nachprüfung einschließlich nötiger verknüpfter Funktionen fest. Fehlversuch und Wiederholung aufbewahren. Dieser Leitfaden setzt keine allgemeine Stichprobengröße, Genauigkeitsgrenze oder automatische Freigabe.

Vier Verknüpfungen im Nachweisregister

Ersatzmedium
Vorgesehenes Produkt und Ersatzmedium sowie nicht abgebildete Eigenschaften benennen. Nicht nachgewiesene Produktprüfungen offenlassen statt als bestanden markieren.
Fernabnahme
Maschinenkennung, Probenetikett, Messmittelansicht und Rohdatei verbinden. Beobachtungswünsche im freigegebenen Plan abstimmen; unlesbare Werte bleiben ungeprüft.
Korrektur und Wiederholung
Abweichungsnummer mit Korrektur, Revisionsstand, Verantwortung und neuen Prüfdateien verknüpfen. Ein späterer Gutwert löscht den ersten Versuch nicht.
Freigabe und Verpackung
Abgenommene Seriennummer, Konfiguration und Formatteile mit Versandunterlagen abgleichen. Freigabestelle und vereinbarte Restpunkte erfassen; eine Packliste ist kein Leistungsnachweis.

Fragen zu FAT-Protokollen und Wiederholungsprüfungen

Kann ein guter Mittelwert eine schlechte Füllstelle verdecken?

Ja. Einzelwerte nach Füllstelle und Betriebsphase mit vereinbarten Grenzen vergleichen, nicht nur den Gesamtmittelwert. Probenfolge, Messmittel und Verfahren nachvollziehbar halten, damit lokale Probleme ohne erfundene oder unbegründet verworfene Werte erkennbar sind.

Muss nach einer Reparatur der gesamte FAT wiederholt werden?

Nicht zwingend. Verantwortliche technische Parteien bewerten betroffene Anforderungen, Formate und verknüpfte Funktionen und genehmigen den Prüfumfang. Wiederholt und weiterhin offen getrennt dokumentieren; eine gute Flasche weist nicht jede betroffene Funktion nach.

Reicht ein Fernabnahmevideo für die Versandfreigabe?

Die Freigabe folgt dem vereinbarten Abnahmeverfahren. Video mit identifizierbaren Rohmesswerten, Konfigurationsunterlagen und Abweichungsabschlüssen verbinden. Fehlende oder nicht prüfbare Dateien als Einschränkung erfassen und zusätzliche Nachweise vereinbaren, statt Bestehen anzunehmen.

Bearbeitbare Prüfvorlage herunterladen

Tragen Sie eigene Grenzen, Stichproben, Ergebnisse, Belege und Prüfer ein. Leere Felder sind offen, nicht bestanden. Die Vorlage dient der Beschaffung und ist weder Zertifikat noch gesetzlicher Stichprobenplan.

Bearbeitbare FAT-Checkliste herunterladen (CSV)

Häufige Fragen zur Werksabnahme

Ist ein FAT mit Wasser ausreichend?

Wasser kann vereinbarte mechanische Funktionen zeigen. Viskosität, Schaum, Partikel, Produktabriss und Reinigbarkeit anderer Medien werden damit nicht belegt. Ersatzmedium und offene Prüfungen dokumentieren und mit echtem Produkt nachprüfen.

Muss jede Flaschengröße geprüft werden?

Umfang nach Risiko und Vertrag festlegen. Kleine und große Mengen, schwierige Geometrien und wesentliche Produktunterschiede berücksichtigen. Ausgeschlossene Artikel mit späterer Prüfmethode benennen; ein bestandenes Format gibt nicht alle frei.

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